Ebba Severidt: Familie, Verwandtschaft und Karriere bei den Gonzaga
gefunden auf sehepunkte.de
In keiner Untersuchung zur Geschichte Alteuropas wird versäumt, auf die zentrale Rolle des Adels und seines spezifischen Selbstverständnisses für das, was mittlerweile "politische Kultur" genannt wird, hinzuweisen. Ebenso wenig hinterfragt erscheint die Bedeutung von familiären beziehungsweise Verwandtschaftsbeziehungen einerseits für eine auf dynastischen oder Geblütsprinzipen aufruhende politische Elite und deren Selbstverständnis, andererseits für die Konstruktion und das Funktionieren von Wegen und Modi der politischen Kommunikation und Aktion. Für den Bereich der italienischen Geschichte – vor allem das frühneuzeitliche Papsttum – liegen zahlreiche Studien vor, die sich den mit dem Verflechtungsbegriff beschriebenen Grundlagen frühneuzeitlicher Politik widmen – wobei die Verwandtschaft nur eines von vielen Elementen einer ausgedehnten Patronagestrategie darstellt.[1] Durch eine solche Herangehensweise, gewissermaßen eine Außenbetrachtung, konnten über die familiären Strukturen selbst nur en passant Erkenntnisse gewonnen werden, die vielmehr relativ undifferenziert als lediglich "wichtig" galten.
In ihrer Freiburger Dissertation geht Ebba Severidt von familiären beziehungsweise verwandtschaftlichen Bezügen aus, um erst nach deren gründlicher Analyse ihre politische Nutzbarmachung oder Aktivität zu beleuchten, sie wählt also die familiäre Innensicht als Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen. Sie stützt sich in methodischer Hinsicht dabei weitestgehend auf in Freiburg und aufgrund von Beobachtungen zur klassischen Antike entwickelte analytische Instrumente der Historischen Anthropologie [2], dies wiederum in engem Zusammenhang mit Fragestellungen der historischen Familienforschung. Anschauungsobjekt sind vier Generationen der seit 1433 zu Markgrafen von Mantua erhobenen Gonzaga, ein an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit noch relativ junges Mitglied der europäischen Fürstenfamilie, das unter anderem durch vorteilhafte Eheschließungen seinen neu erworbenen Rang zu festigen und demonstrieren suchte.
Das virtuelle Urkundenarchiv Europas
gefunden im Blog bei MyHeritage:
Auf monasterium.net, dem virtuellen Urkundenarchiv Europas (MOM) sind bisher über 100.000 Urkunden online verfügbar. Bei den Daten handelt es sich um historische Dokumente die bis ins frühe Mittelalter zurückgehen und als digitale Faksimiles kostenfrei zur Verfügung stehen.
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